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01.05.2001 >> Reisestation Xining
01.05.2001 >> 1. Mai, Feiertag in China
02.05.2001 >> Touristenfalle Vogelinsel
04.05.2001 >> Reisepläne
07.05.2001 >> In Lanzhou und Linxia oder wenn Ausländer
in China ein Ticket kaufen wollen . . .
08.05.2001 >> Ticket-Drama die Zweite
08.05.2001 >> In Xiahe
10.05.2001 >> In Songpan
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| Dienstag,
01.05.2001 |
Reisestation Xining
Nach Strandurlaub in Qingdao hat mich meine Reise also nun nach Xining
geführt. Xining liegt in der Provinz Qinghai im Westen von China
auf einer Höhe von ca. 2.500 Metern. Die Sadt an sich ist meiner
Meinung nach eine sehr typisch chinesische Stadt. Das bunte Leben auf
der Strasse, ein bisschen schmutzig, wenige (keine?) Ausländer und
immer lebhaft. Ich mag es hier, kann mir aber nicht vorstellen, länger
als ein paar Tage zu bleiben. Ganz ehrlich, da würde mir dann doch
der "normale" Supermarkt, fliessend warmes wasser... fehlen.
Hier in meinem "Hotel" habe ich abends eine Stunde warmes wasser. Allerdings
keine Duschen, sondern nur die Möglichkeit, aus dem Wasserhahn warmes
Wasser in eine Schüssel zu füllen und sich dann zu waschen...
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1. Mai, Feiertag in China
In China ist der Erste Mai ein richtig grosser Feiertag. Alle Unis, Schulen...
haben eine ganze Woche Ferien. Ich habe gedacht, ich mache heute mal das,
was alle Chinesen an Feiertagen auch machen, ich begebe mich in einen
Park. Und ich muss sagen, es war soooo amüsant. Nicht unbedingt,
weil der Park so schön war oder so, nein, einfach die Chinesen zu
beobachten war klasse. Der Park war voller als jedes Freibad bei 40 Grad
Hitze in Deutschland. Auf jedem kleinen Fleckchen Erde sassen ganze chinesische
Sippen und haben gepicknickt. Sie haben wirklich alles mitgebracht. Bänke,
Tische, Essensachen, Kästen von Bier... und die Gehwege durch den
Park waren so voll, dass man sich einfach in den Massen mitbewegen musste
und nicht dahin gehen konnte, wo man wolte. Es war einfach ein lustiges
Treiben, wenn auch für uns sehr unverständlich...
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| Mittwoch,
02.05.2001 |
Touristenfalle - Vogelinsel
Von allen Seiten - selbst vom "heiligen lonely planet" wird hier von Xining
aus eine Fahrt zur Vogelinsel am qinghai hu (See) empfohlen. Ich habe
mich also auch entschlossen, direkt diese Tour mit zu machen. Da es nach
dort keinen öffentlichen Verkehr gibt, musste ich ein teures Ticket
über ein Reisebüro kaufen.
Und dann ging es los. Mit 8 Chinesen und mir im Bus auf zum qinghai hu.
Die Fahrt ging durch die angrenzende Steppe/Wüste und stundenlang
haben wir ausser ein paar Schafen, Schnee und Normadenzelten gar nichts
gesehen. Schon eine sehr eindrucksvolle Landschaft.
Nach 4 Stunden Fahrt endlich der erste Stop am qinghai hu. Das war zwar
noch nicht die Vogelinsel, aber der schönste Teil vom See (der übrigens
riesengrossist). Ok, also alle aussteigen Fotos machen... Die Chinesen
halten sich auch alle an diese Anweisung, während ich im Bus sitzen
bleibe und mein Brot esse. Denn ausser Wasser und ein paar Steinen gibt
es wirklich nichts zu sehen.
Nach 10 Minuten Fotopause geht es also weiter zum niao dao bingguan, dem
Restaurant vor der Vogelinsel. Dort wird uns eine eklige Touristeneinheitsmahlzeit
vorgsetzt, für die wir hinterher noch bezahlen müssen...
Dann geht es endlich zur Vogelinsel, die nichtmal eine Insel ist, sondern
nur eine Einbuchtung (ok, das hat der lonely planet auch schon verraten).
Die berühmte Vogelinsel.... nach mehr als fünft Stunden fahrt
sind wir da.... und was sehe ich..... ca. 25 Möwen, die darauf warten
von den Touristen gefüttert zu werden.... Ein echter Reinfall!!!!
Naja, aber die chinesischen Touristen waren begeistert und haben einen
Fotofilm nach dem nächsten vollgeknipst...
Nach einer Stunde Fotosession ging es dann wieder zurück. Nach ca.
der Hälfte der Rückfahrt kam vom Motor ein sehr komisches Geräusch
und wenige Minuten später gar nichts mehr ausser ein leichtes Stottern....
Ja, mein Albtraum ist wahr geworden. Wir sind mitten in der Wüste
liegengeblieben. Es fängt auch schon an dunkel zu werden und nirgendwo
ist Hilfe zu sehen. Wir stehen ca 30 Minuten hilflos rum, gucken dumm
aus der Wäsche und endlich kommt ein Lastwagen von hinten angbraust.
Aber der hupt nur kurz und fährt dann an uns vorbei.
Ich habe mittlerweile richtig Angst, vor allem da ich müde bin und
mir kalt ist, fällt es mir auch schwer, mich auf ein Gespräch
in chinesisch zu konzentrieren. Ich bin alleine..... zumindest fühle
ich mich so.....
Ich probiere mich mit dem Gedanken anzufreunden, bei ca -5 Grad in der
W üste zu übernachten. Plötzlich kommt wie aus dem nichts
ein alter Nomade angelaufen.... Er redet in einer Sprache, die ich nicht
verstehe, aber plötzlich gibt unser fahrer die Anweisung, den Bus
ein Stück weit die Strasse runter zu schieben. Und man glaubt es
kaum.... hinter der nächsten kurve ist ein kleiner Holzverschlag,
den man hierzulande "Autoreparaturstation" nennt.
Sofort kommt der "Meister" raus, schaut sich unseren Wagen an. Schraubt
und bastelt am Motor rum, wechselt noch den Reifen und kurze Zeit später
geht unsere Fahrt weiter.
Noch 3 Stunden Fahrt und wir kommen heil, wenn auch völlig unterkühlt,
wieder in Xining an. Es ist mitten in der Nacht, die Stunde Heisswasser
habe ich natürlich verpasst. Egal, ich falle nur noch in mein Bett
und hoffe, dass die nächsten Tage anders werden....
Und abgesehen von allem, die Landschaft, die ich heute während der
Fahrt gesehen habe war schon eindrucksvoll....
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| Freitag,
04.05.2001 |
Reisepläne
Gestern habe ich mich auf in den Kampf gemacht, Bustickets nach Lhasa
zu kaufen. Und was musste ich mal wieder feststellen: die spinnen die
Chinesen... sorry, aber in Hinsicht "Eintrittskarten, Tickets..." denke
ich das wirklich.
Um als Ausländer von Golmud nach Tibet zu kommen, muss man gut 2000
Kuai (über 500 DM) für das Ticket bezahlen. Chinesen dagegen
bezahlen für das gleiche Ticket nur 160 Kuai, soll heissen 50 DM.
Das ist ja irgendwie schon eine Unverschämtheit.
Aber weil es Lhasa ist und ich da doch soo gerne hinwill, habe ich mir
überlegt, das in den kauf zu nehmen.
Aber nein, damit ist noch nicht genug. Als Ausländer darf man sich
nur 3 Tage in Tibet aufhalten (wobei 2 von der Busfahrt benutzt werden).
Jeder weitere Tag kostet eine Gebühr von 100 Kuai. Das ist es mir
nun wirklich nicht wert.
Es soll zwar ne Menge Möglichkeiten geben, das auf illegale Art und
Weise zu umgehen, aber da steht mir nicht der Sinn nach.
Also habe ich mir ein bisschen traurig- eine neue Reiseroute ausgeschaut.
Ich werde morgen nach Lanzhou fahren und von dort aus mit dem Bus runter
bis nach Chengdu. Ich werde durch viele kleine Ortschaften fahren, an
der tibetischen Grenze entlang, und dort in der Umgebung dann hiken gehen.
Ich hoffe, es wird trotzdem schön.
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| Montag,
07.05.2001 |
In Lanzhou und Linxia oder wenn Ausländer in China ein Ticket
kaufen wollen . . .
Die letzten 2 Tage habe ich in Lanzhou verbracht, einer Stadt ohne jeden
Charme und daher kann ich auch nicht viel von dort berichten. Ich habe
den Lanshan (Berg) bestiegen und den gelben Fluss gesehen. Für Chinas
Fluss Nummer 2 (nach dem Yangtze) sehr enttäuschend. Schmaler als
der Rhein und gelb, weil er superschmutzig ist.
Naja, positiv ist jedoch, dass ich dort so einige "Weltenbummler" kennengelernt
habe und wir jetzt mit einer netten Gruppe von Leuten aus Deutschland,
Slowenien, der Schweiz und Amerika zusammenreisen.
Heute morgen ging es dann also als erstes mit dem Bus 3 Stunden nach Linxia.In
den Provinzen Gansu und Sichuan muss man als Ausländer übrigens
vor dem Busfahren jeweils immer eine extra Versicherung abschliessen,
da die Strassen hier wohl so schlecht sind und jedes Jahr Touristen zu
tode kommen. (Mama, Papa, keine Angst haben :-)) Die Versicherung versichert,
dass man im Todesfall keinen Schadenersatz kriegt. Also Geldmache der
Chinensen mehr nicht.
Heute morgen am Bahnhof in Lanzhou hat man uns direkt in einen illegalen
Bus nach Linxia geschleift. Und da der billiger war als der offizielle
haben wir das auch mitgemacht, ohne vorher Versicherungen zu kaufen. Im
Bus sollten wir dann Tickets kaufen. Statt der draussen vereinbarten 20
Kuai wollte man jetzt 50 Kuai pro Person haben. Wir hätten ja keine
Versicherung gekauft.
Ok, ich tu jetzt mal ganz doof und sage, dass mir auch keiner gesagt hat,
dass wir ne Versicherung brauchen. Ich mecker einfach genau so rum wie
die Chinesen und dann dürfen wir auch für 20 Kuai Chinesentarif
fahren.
Hier in Linxia angekommen wollen wir direkt den Bus weiter nach Xiahe
zur Tibetian Monastery nehmen. Aber nein, ohne Versicherung können
wir den Bus nicht besteigen. Lonely planet sagt, man kann diese Versicherung
im Bahnhof kaufen, aber gibt es nicht. Die Bahnhofsangestellten schreiben
uns die Adresse der "china people insurance company" auf, wo wir als nächstes
hinfahren. Dort schaut man uns an, als wären wir die ersten, die
je nach sowas fragen. Es werden alle Schränke durchsucht, etliche
Telefonate geführt und dann bekommen wir nur das übliche "mei
you" - gibt es nicht - zu hören.
Wir fahren also wieder zurück zum Bahnhof und sagen "mei you", daher
sagt die Bahnofsverkauferin auch zu uns "mei you" tickets, sorry... zenme
ban??? Was nun tun??? Wir werden zum PSB, der Ausländerpolizei, geschleppt,
die sagt, da hilft nur eins, zurück nach Lanzhou und dort die Versicherung
kaufen. Ok,wäre zwar blöd, aber wenns die einzige Möglichkeit
ist... wir also wieder zum Bahnhof,um dort von der Verkäuferin wieder
gesagt zu bekommen "mei you versicherung-mei you ticket", egal wo ihr
hinfahren wollt...
Tja,und wenn man sie dann mal braucht gibt es auch keine illegalen Busse.
Wir sitzen also zumindest für heute erstmal hier fest und müssen
schauen, dass es morgen irgendeinen illegalen Bus gibt. Am besten noch
in die Richtung der Tibetian Monastery.:-)
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| Dienstag,
08.05.2001 |
Ticket-Drama die Zweite
Wir haben uns am nächsten Morgen also wieder zum Busbahnhof begeben,
in die Ticketschlange angestellt und mal wieder dumm gestellt. Als wir
an der Reihe sind kommt als erstes die Frage 'habt ihr eine Versicherung?"
Nein, haben wir nicht. "Habt ihr einen Studentenausweis" ja, haben wir....
ok, hier sind die Tickets... Ohne viel Aufwand sind wir also heute nach
Xiahe gekommen. 5 Stunden Busfahrt, mit Gepäck und lebendigen Schafen
auf dem Dach des Bussen und Mengen von Schafhirten im Bus.
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In Xiahe
Da sind wir also in Xiahe, einer der grössten Tibetischen Monastery
in der nicht autonomen Region Tibets. Ein grosses Kloster und eine wunderschöne
Landschaft drumherum.
Auf 4000m Höhe, schneebedeckte Gipfel drumherum. Und genau an dieser
Stelle bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich nicht mehr weiss, wie
ich das Erlebte in Worte fassen soll.
Ich habe viel erlebt, wie eine Fahrradtour die im Schneesturm endete,
die Gipfelstuermung bis auf 5.800m, ein Kaffeklatsch mit den Mönchen
. . . aber ich kann meine Gefühle nicht auf Papier bringen. Ich hoffe,
hier können später ein paar Fotos nachgestellt werden!
Hallo Katja, das mit den Fotos begrüße ich sehr! Ich glaube,
hier liest niemand mit, der die Fotos nicht sehen will! Also immer her
damit! (Iris)
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| Donnerstag,
10.05.2001 |
In Songpan
Von Xiahe ging es weiter nach Songpan, wo ich ein dreitägiges Horsetrekking
durch die Berge gemacht habe. So richtig mit Zelten und so. Ein echtes
Abenteuer, aber wieder mal fehlen mir die Worte...
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