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04.11.2000 >> Ausflug nach Chengde
08.11.2000 >> Der erste Schnee
09.11.2000 >> mid-term-examination und Peking-Akrobatik
10.11.2000 >> Es wird wärmer!!!
20.11.2000 >> Vom Zoo, der Uni und der Küche
23.11.2000 >> Hanyu ri (chinesisch Tag)
24.11.2000 >> Thanksgiving, vom netten und vom
nuschelnden Taxifahrer
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| 04.11.,
05.11.2000 |
Ausflug nach Chengde
Dieses Wochenende war ich mich 2 anderen deutschen Studenten in Chengde.
Chengde ist ein kleines Städtchen (200.000 Einwohner) ca 250 km nördlich
von Peking. Samstag morgen sind wir mit dem Zug nach Chengde losgefahren.
Schon während der Fahrt haben uns immer wieder Chinesen versucht eine
Rundfahrt durch Chengde, ein Hotel... anzudrehen. Aber mit einem eindringlichen
"bu yao" (will nicht), konnten wir jede Bemühung abwehren.
Nach gut 4 Stunden sind wir dann in Chnegde angekommen und mit dem Taxi
zu unserem Hotel gefahren. Der Taxifaher hat uns zwar anfangs nicht verstehen
wollen, ist dann aber doch Richtung Hotel losgefahren. Plötzlich hat er
angefangen uns zu erzählen, dss unser Hotel nicht gut ist, schmutzig...
Als wir dann mal nachgefrag haben warum, hat er uns direkt das Prospekt
von einem "besseren" Hotel gezeigt. Er scheint also Provision für ein
anderes Hotel zu bekommen... Aber auch hier haben wir unseren Kopf durchgesetzt
und sind dann doch im richtigen Hotel gelandet. Welches übrigens wirklich
gut ist und nach einigem Handeln auch für uns Studenten nicht zu teuer.
Gestärkt durch ein Mittagessen haben wir uns dann aufgemacht die alte
Sommerresidenz zu besichtigen. Mit einer Gesamtgrösse von 560 ha (inklusive
Garten und Jagdrevier) die grösste kaiserliche Anlage in China. Die Anlage
ist wirklich schön und vor allem nicht so mit Touristen überlaufen. Ausser
uns haben wir vielleicht noch 30 andere Leute und ein paar knutschende
chinesische Pärchen gesehen. Nur wo der schneebedeckte Südberg ist,
dessen Besteigung der Reiseführer rät, wissen wir leider bis heute nicht.
Abends sind wir dann durch Chengde gebummelt. Einstimmig sind wir der
Meinung das Chengde eine "komische" Stadt ist. Oder vielleicht einfach
anders als Peking?!? Jedenfalls scheint sich das ganze Leben auf der Strasse
abzuspielen. Dort kauft man wirklich alles: Kohle, Kleidung, Essen (richtig
warme Mahlzeiten)... Einen Supermarkt innen zu finden war gar nicht so
einfach. Das draussen-Leben hat scheinbar seinen Preis, denn erstaunlicherweise
waren die Lebensmittel teurer als in Peking.
Ausländer bzw. Touristen gibt es in Chengde nicht zu sehen. Man kann sich
dort also von allem erholen, nur nicht von der Gafferei.
Am Sonntag morgen haben wir ersteinmal ausgeschlafen. Als wir dann um
kurz vor 10 Uhr zum Frühstück gehen wollten, mussten wir schon im Fahrstuhl
feststellen, dass dort steht "Frühstück nur bis 9:30 Uhr". Na gut, tun
wir mal so als wenn wir dumme Touris sind und die Zeichen nicht lesen
können... Also ahnungslos in den Speisesaal gelatscht und auch tatsächlich
Frühstück bekommen. Ein Ei, Toast, Melone und Kaffee haben die noch irgendwo
hergezaubert. War auch ganz lecker...
Anschliessend standen die 8 äusseren Tempel zur Besichtigung auf dem Programm.
Wir haben uns "den Tempel der Glückseligkeit und langen Leben des Sumeru
Berges" vorgenommen. Dieser ist 1780 zum 70. Geburtstag des Kaisers gebaut
worden, da der Panchen Lama seinen Besuch angekündigt hatte. Für ihn ist
der Tempel als Nachbildung seiner Residenz in Tibet gebaut worden.
Nach der echt interessanten Besichtigung des Tempels haben wir es ausgenutzt,
dass wir in einer Kleinstadt sind und uns einfach auf den Rasen gelegt,
gepicknickt und ausgeruht. Herrlich!!!
Als es dann Zeit wurde, zum Bahnhf zu fahren, mussten wir nochmal feststellen,
dass wir wirklich weit weg von Peking sind, denn plötzlich war weit und
breit kein Taxi zu sehen. Aber mit ein bisschen Geduld ist dann über die
Haupstrasse auch ein Taxi gefahren, was uns zum Bahnhof gebracht hat.
Müde aber zufreiden sind wir dann abends wieder in Peking angekommen!
Und jedem, der in Peking noch ein bisschen Zeit über hat kann ich nur
raten, auch mal nach Chnegde zu fahren. Und wenn es nur ist, um sich von
Peking zu erholen und mal auszuspannen...
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| Mittwoch,
08.11.2000 |
Der erste Schnee
Es ist der 8.11.2000, 13 Uhr ich gucke aus dem Fenster und was sehe ich?!?
"Schneeflocken" Es sind zwar bisher erst ein paar wenige die sich bisher
nach hier verirrt haben, aber es würde mich nicht wundern, wenn wir über
Nacht nen halben Meter Schnee bekommen... Ok, dieser Fall wird wohl nicht
eintreffen, aber es sind nachts -7, tagsüber immerhin -3 Grad draussen,
die Heizungen laufen immer noch nicht und auch die dickste Kleidung scheint
mich im Moment nicht zu wärmen...
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| Donnerstag,
09.11.2000 |
mid-term-examination
Nun hängen also auch meine Ergebnisse für jeden sichtbar am schwarzen
Brett. Aber ich kann völlig zufrieden mit mir sein! Kouyu (Konversation)
92% Tingli (Listening) 96% Jingdu (allumfassender Unterricht) 86%.
Und was mich besonders freut, in jingdu, wo es darum ging, einen Aufsatz
zu schreiben, gibt es Koreaner die schlechter sind als ich. Und das, obwohl
die die Zeichen doch viel leichter schreiben können als ich. Das hat mir
echt wieder Mut gemacht. Dafür bin ich im letzten Monat auf der "benehmens-liste"
mit 8 Minuspunkten im roten Bereich. Ob das daran lag, dass ich so oft
mit Iris und Peter weg war anstatt zu studieren?!?
Peking Akrobatik
Mit der Uni waren wir abends in einer Akrobatikaufführung. Über die Akrobatik
gibt es gar nicht so viel zu berichten, aber das Drumherum war "einmalig
kurios". Der Grossteil der Besucher waren Asiaten und die sind ja alle
"fotogeil". Die ganze Vorführung glich einem Blitzlichtgewitter. Dazu
sind bei jeder kleinsten Bewegung Rufe durchs Publikum gegangen "aaahhhh,
oooohhhh, uaaaa". Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, dass es
so was gibt, der Wahnsinn. Ich konnte mich irgndwie gar nicht auf die
Vorführung an sich konzentrieren, da mich das Ganze drumherum "verrückt"
gemacht hat. aber muss man wahrscheinlich auch mal erlebt haben...
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| Freitag,
10.11.2000 |
Seit gestern Abend laufen die Heizungen!!!! Es wird wärmer...
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| Montag,
20.11.2000 |
Zoobesuch
Von Nicolette habe ich zum Geburtstag einen Gutschein für den Zoobesuch
inclusive Aquarium bekommen. Zuerst war ich etwas skeptisch, denn sowohl
der Lonely Planet Reisführer als auch sonstige Leute meiner Umgebung
wussten nichts Gutes über den Zoo zu berichten. Also habe ich mich
mit gemischten Gefühlen in den Zoo aufgemacht. Und ich muss sagen,
ich war positiv übberascht. Ok, natürlich leben die Tiere nicht
annähernd in ihrer natürlichen Umgebung, aber ich habe viel
Schlimmeres erwartet. Irgendwie ist der Zoo von Peking auch nicht viel
anders/schlimmer als ein beliebiger Zoo in Deutschland. Auch dort werden
Tiere in zu kleinen, nicht artgerechten, manchmal schmutzigen Käfigen
gehalten und auch dort gehen die Besucher hin. Also warum nicht auch den
Pekinger Zoo angucken?!?
Anschliessend waren wir dann im Aquarium. Trotz des hohen Eintrittspreises
(100 kuai) eine auf jeden Fall sich lohnende Sache. Beim Betretend des
Aquariums vergisst man direkt, dass man in Peking/China ist. Alles ist
ganz neu und total schön. Im Aquarium durchläuft man verschiedene
Stationen, wie z.B. eine nachgestelltes Korallenriff, Süss- und Salzwasserfischbassins,
einen Tropenbereich, die Haie und der Abschluss bildet das Delphinarium
mit einer Vorführung.
Die Uni
An dieser Stelle muss ich einfach mal meine Uni loben. In den letzten
Wochen habe ich einige Studenten kennengelernt, die an anderen Unis Chinesisch
lernen. Und ich musste feststellen, dass ich es an meiner Uni richtig
gut habe und die Lehrer richtig toll sind. Wir gehen in der Sprachklasse
raus und machen "learning by doing", gehen gemeinsam essen oder studieren
ein Theaterstück ein, was wir am Donnerstag den anderen Klassen vorführen.
Und auch am Wochenende wird uns ein ganz tolles Programm geboten wie z.B.
Mauer, Kaiserpalast, Peking Oper... Natürlich haben wir auch mal
sturen chinesischen Frontalunterricht, sinnloses Zeichen auswendiglernen
oder andere unverständliche Dinge, aber insgesamt muss ich sagen,
bin ich sehr froh, gerade an dieser Uni gelandet zu sein!!!
Die Küche
Am Donnerstag waren wir den ganzen Tag draussen, da es so richtig viel
geschneit hatte und wir den Schnee ausnutzen wollten. Nachmittags völlig
verfroren heimgekommen wollten wir uns ganz schnell einen heissen Tee
kochen. Aber was ist das?!? Die Küchentür ist abgeschlossen
und keiner weiss warum! Nach einigem Suchen finden wir im 2. Stock am
Schwarzen Brett dann doch die Erklärung dafür angeschlagen:
Kakerlaken! Da im Moment die Kakerlaken überhand nehmen ist die Küche
geschlossen worden und ein Kammerjäger organisiert. Eine Woche lang
müssen wir jetzt ohne Küche leben!
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| Donnerstag,
23.11.2000 |
Hanyu ri (chinesisch Tag)
Heute war hanyu ri. An diesem Tag haben alle "Ausländerklassen" der
Uni Theaterstücke auf Chinesisch aufgeführt. Wochenlang haben
wir mehr oder weniger eifrig geprobt, Kulissen gebastelt, Kostüme
geschneidert... und gestern ging der Stress dann richtig los. Von morgens
bis abends sind alle im Wohnheim herumgewuselt, haben die letzten Requisiten
gesucht... es gab keinen Raum in dem nicht irgend wie eine Klasse geübt
hat.
Da Preise ausgesetzt waren, ist ein richtiger Wettstreit ausgebrochen!
Um 8:15 Uhr heute morgen ging es dann los. In der Aula der Uni haben wir
unsere Stücke aufgeführt. Es gab traditionelle chinesische Kinderstücke,
Rotkäppchen, Alice im Wunderland, Salomon der Weise und Szenen aus
unserem Studentenleben. Meine Klasse hat ein traditionelles Stück
aufgeführt. Es hat richtig Spass gemacht und alles hat prima geklappt.
Nach den Aufführungen haben alle Studenten zusammen ein Lied gesungen.
Es war ein total tolles Gefühl, mit 80 Ausländern zusammen auf
der Bühne zu stehen und ein Lied zu singen in einer Sprache, die
man erst seit 3 Monaten lernt. Es war wirklich eindrucksvoll. Und zu guter
letzt habe ich auch noch einen der Einzelpreise gewonnen: Einen schönen
chinesischen Wandschmuck!
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| Freitag,
24.11.2000 |
Thanksgiving in Beijing
Heute ist thanksgiving. Und es ist schon eindrucksvoll, wie 3 Amerikaner
das ganze Wohnheim so aufmischen können. Morgens ist der Unterricht
ausgefallen, weil ja Thanksgiving ist. Und ab mittags sind dann die amis
in der küche rumgesprungen um uns (oder eher sich) ein leckeres thanksgiving
essen zu zaubern. und es war lecker... truthan, kartoffelpüree, Brownies,
Applepie, Bohnen, Knoblauchbrot... Bis mitten in der Nacht haben wir gemeinsam
gefeiert!
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Taxifahrt Teil 1
Mit dem Taxi bin ich ans andere ende der Stadt gefahren. Die Fahrt
dorthin dauert knapp ne Stunde. Direkt hat der Taxifahrer probiert ein
Gespräch mit mir zu beginnen. Am Anfang ging es noch um das normale
"woher kommst Du, was machst Du hier..." im Verlaufe des Gesprächs
haben wir über Unterschiede zwischen deutschem und chinesischem Essen
geredet, darüber, dass ich mal auf Wettkämpfen geschwommen bin,
was Deutsche gerne studieren und so weiter und so fort.
A als ich aus dem Taxi ausgestiegen bin konnte ich echt nur denken "wow,
über was ich schon alles auf chinesisch reden kann..."
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Taxifahrt Teil 2
Natürlich musste ich aus dem Norden auch wieder zurück zur Uni.
also wieder in ein Taxi gestiegen und gesagt, dass ich zur "gong ye daxue"
(meine Uni) möchte. Das hat dem Fahrer aber nur ein "häh?" entlockt.
Ich also noch mal klar und deutlich "beijing gong ye daxue" gesagt. Immer
noch Unverständnis auf Seite des Fahrers. Ich also "ping le yuan"
(der Strassenname) gesagt. Der Fahrer guckt mich an und fragt "ping nuscheln,
nuschel yuan?" Ich also nochmal gesagt "ja, ping LE yuan". Ah, der Fahrer
scheints kapiert zu haben. Er sagt nochmal "ping nuschel, nuschel yuan"
und fährt los. Wir fahren und fahren und fahren. Und mir kommt die
Umgebung völlig unbekannt vor. Aber ich vertraue dem Taxifahrer mal...
Irgendwann weise ich ihn nochmal hin "bei gong da, ping le yuan". Daraufhin
ein apruptes Bremsen und eine 180% Grad Drehung. Ein Blick vom Fahrer
zu mir und die Frage "ping LE Yuan? Du hast doch gerade immer ping GUO
yuan gesagt". Nein, habe ich nicht, hör das nächste mal besser
zu...
Nur mal so neben bei, ping le yuan und ping guo yuan liegen knapp 20 km
auseinander, damit habe ich eine absolute Rundfahrt durch Peking gemacht!
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