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Dienstag, 22.08.2000 |
... dann geht es für mich los ins Reich der Mitte! Der Flug ist gebucht, das Visum in der Tasche und das Gepäck gepackt! Letzteres war gar nicht so einfach! Wie stellen sich Fluggesellschaften das eigentlich vor, dass man ein Jahr in China mit nur 20 kg Gepäck auskommen soll?! Ich schaffe das jedenfalls nicht, und schnell waren bei mir auch die 40 kg voll. Eine Hälfte davon habe ich bereits letzte Woche mit der Deutschen Post nach Peking geschickt. Das war also der erste Hinweis darauf, dass es bald ernst werden wird! Am Samstag war dann meine Abschiedsfete! So vielen lieben Menschen musste ich "auf wiedersehen" sagen, neue Adressen wurden ausgetauscht, Abschiedsgeschenke verteilt und Versprechen abgegeben, auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben! Ob das klappt, auf diese Entfernung???Ich werde den ein oder anderen bestimmt sehr vermissen! Mittlerweile ist also Dienstag und ich bin schrecklich aufgeregt! Wie komme ich vom Flughafen zur Universität? Wer wird mein Mitbewohner im Studentenwohnheim sein? Kann ich mich mit meinen wenigen Brocken Chinesisch überhaupt verständigen? Solche und noch viele andere Fragen gehen mir im Moment durch den Kopf. Aber eigentlich habe ich gar keine Zeit darüber nachzudenken, was alles schiefgehen kann, denn es muss noch sooo viel erledigt werden! Ausserdem weiss ich ja schon in 3 Tagen mehr! Das nächste mal werde ich mich also aus der Hauptstadt vom Land des Lächelns melden!
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| Dienstag, 29.08.2000 |
Ich weiss nicht, ob ich schreiben soll, dass ich erst oder schon 4 Tage hier bin... Jedenfalls habe ich schon eine Menge erlebt und bin voller neuer Eindrücke. Vom Flughafen bin ich mit dem Taxi zur Uni gefahren. Dann stand ich also vor dieser Uni wusste nicht wohin. Mit Händen und Füssen habe ich dann probiert verständlich zu machen, dass ich ins "international exchange center" möchte. Und irgendwann hat das dann auch jemand verstanden und mich dort abgesetzt. Ziemlich problemlos konnte ich mein Zimmer beziehen. 15qm ausgestattet mit 2 Betten, 2 Schreibtischen, einer Klimaanlage und einem Fernseher mit ca. 30 chinesischen Programmen können Julie und ich nun unser Reich nennen. Auf dem Gang gibt es dann einen Waschraum mit Duschen, Toiletten..., eine Küche und eine Waschmaschine. Auf den ersten Blick wirkte das alles ein wenig befremdlich, aber im Gegensatz zu anderen chinesischen Wohnheimen scheint es mir ganz gut zu gehen. Denn nur wenige Wohnheime können den Luxus von 24 Stunden warmen Wasser bieten... Das Abenteuer begann, als ich an Geld kommen wollte. Ich hatte Reisecheques, DM und eine Karte der Citibank. An 3 Banken der Umgebung war ich, um zu tauschen. Aber keiner wollte meine DM haben "no we do not change on weekends". Ich sollte doch bitte zur Hauptfiliale fahren. Aber wie ohne Geld ein Taxi bezahlen? Letztendlich hat sich dann ein Chinese mir erbarmt und mit mir unter der Hand getauscht, so dass ich dann in die Stadt fahren konnte und dort richtig tauschen konnte. Den Citibank-Automaten habe ich übrigens bis heute nicht gefunden, obwohl ich die Adresse habe... Da das Semester erst am Freitag beginnt nutze ich die freie Zeit um mir Peking anzuschauen. Ich war schon am Gugong (Kaiserpalast), Tiananmen (Platz des himmlischen Friedens) und Tiantan (Himmelstempel). Ausserdem auf diversen chinesischen Märkten, wo man als Ausländer gnadenlos angelabert wird "lokke,lokke x yuan, lokke, lokke", aber auch die besten Dinge zu günstigsten preisen kaufen kann. Günstig ist es auch im Restaurant. Mit einem anderen Studenten habe ich für das Essen (2 Personen und 2 Liter Cola) umgerechnet 4,50 DM bezahlt und es war einfach sau lecker!!! Heute musste ich meinen Reisepass abgeben, um die Aufenthalstgenehmigung zu beantragen. Ich hoffe, das geht gut und ich werde nicht vorher irgendwo verhaftet, weil ich mich nicht ausweisen kann. Jetzt werde ich gleich in die Innenstadt fahren und mir das bunte Treiben anschauen und ein bisschen einkaufen. Zaidian vom anderen Ende der Welt!
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| Freitag, 01.09.2000 |
Heute war der erste Tag an der Universität. Um 8 Uhr sollte ein Einstufungstest stattfinden, durch den wir in die verschiedenen Level aufgeteilt werden sollten. Von den ca 50 "liuxuesheng" (ausländischen Studenten) sind nur noch 4 nicht Asiaten, und ich gehöre dazu!!! Am Wohnheim sind wir dann abgeholt worden und auf den Campus gebracht worden. In einem Raum gab es dann einen Kassettenrekorder der ununterbrochen etwas auf chinesisch von sich gegeben hat. Wir haben dann ein Blatt Papier bekommen und sind uns selber überlassen worden. Wahrscheinlich hat das Tonband auch die Aufgabenstellungen geblubbert. Ich habe jdenfalls null und nichts verstanden und einfach mal abgewartet. Als dann ein anderer Europäer aufgestanden und gegangen ist, habe ich es ihm nachgemacht. Gemeinsam haben wir dann versucht klarzustellen, dass wir überhaupt nicht wissen, was Sache ist. Man hat uns dann nach Hause geschickt, mit der bitte, am Montag wieder zum Unterricht zu erscheinen. Am Nachmittag hingen dann die Prüfungsergebnisse aus. Und oh Wunder, zum ersten mal gab es auch Informationen auf englisch. Scheinbar haben mehrere diesen Test nicht geschafft, und die Teachers haben gemerkt, dass wir mit den bisherigen chinesischen Infos nicht viel anfangen können. Jetzt müssen wir am Dienstag nochmal einen neuen Test für Anfänger absolvieren und haben bis dahin wieder frei. Naja, so hatte der Tag heute wenigstens das Gute, das wir auch auf englisch informiert werden! Ich bin schon gespannt, wie es am Dienstag weitergeht!
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| Sonntag, 03.09.2000 |
Kein Wasser, kein Strom, einfach gar nichts.... Da unser Wohnheim gerade erst dorthin gezogen ist, wo es sich jetzt befindet, muss dort noch einiges renoviert werden. Gestern hing also ein Zettel (mal wieder nur auf chinesisch) aus, dass am 3. und 4. September mit Baulärm gerechnet werden muss (oder so ähnlich). Naja, intelligent wie Chinesen (oder soll ich sagen Bauarbeiter) nun mal sind haben sie in allen Stockwerken gleichzeitig mit der renovierung des Badezimmers begonnen. Wasser und Strom sind abgestellt, die Toiletten aus der Wand gerissen und wir müssen schauen, wie wir klar kommen. Soll ja nur 2 tage andauern dieser Zustand. Aufgrund dieser Tatsachen habe ich mich jedenfalls entschieden heute einen Tagesausflug zu machen und erst ganz, ganz spät wiederzukommen. Nur wie ich mich dann wasche, das ist mir immer noch ein Rätsel. Aber aufs Duschen kann man hier nicht verzichten. Abends beim Ausziehen kann man immer sehen, was man angehabt hat, denn dort, wo keine Kleidung war ist man einfach schwarz und schmutzig, vom Staub der in der Luft liegt... Vielleicht teste ich ja mal das Schwimmbad, was wir auf dem Campus haben. P. S. Die Geschichte über's Essen kommt in den nächsten Tagen
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| Mittwoch, 06.09.2000 |
Der Unterricht Nun hat er also begonnen, der Universitätsalltag. Ich bin im Beginner Level B eingestuft worden. In meinem Kurs sind 2 Russinnen, 4 Koreaner und eine Mongolin. Montags haben wir 2 Stunden, Mittwochs 6 Stunden, alle anderen Tage 4 Stunden Unterricht. Auf den ersten Blick hört sich das zwar super wenig an, aber das ist mehr als genug. Immerhin ist das ja alles völlig neu und da kommen noch 2-3 Stunden an Hausaufgaben und Nachbereitung hinzu. Wir haben 3 verschiedene Fächer: Grammatik, Konversation und Hörverständnis. Hörverständnis 4 Stunden, die anderen Fächer 8 Stunden pro Woche. Beim Hörverständis sind wir im Sprachlabor und arbeiten mit uns selber. Das heisst, dass wir anhand von einem Tonband probieren möglichst viel in unserem Textbuch zu bearbeiten. Bestimmte Lektionen werden dann am Ende der Stunde kontrolliert. In den beiden anderen Fächern steht halt das erlernen der Sprache inkusive Schriftzeichen im Vordergrund. In den ersten 2 Tagen habe ich ca. 50 neue Zeichen gelernt und das finde ich super viel angesichts der Tatsache, dass ich sie ja nicht nur wiedererkennen muss, sondern auch selber schreiben können muss. Aber unsere Lehrerin scheint da ein bisschen Erbarmen mit den "Weissen"zu haben. Denn beim Diktat an der Tafel bekomme ich immer die einfachsten Wörter und die Koreaner -die ja eh Zeichen schreiben können- müssen immer die schwierigeren Diktate absolvieren. Ich habe in 2 Tagen schon 5 Diktate geschrieben. Mal schauen, ob das so weitergeht. Den Termin für die "mid-term" Klassenarbeit haben wir übrigens schon und das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen angst! Naja, ich werde mich bemühen, von Anfang an fleissig mitzulernen, dann sollte das ja kein Problem sein. Also dann "huitou jian" (=bis bald)!
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| Freitag, 08.09.2000 |
Wenn man an chinesisches Essen denkt, denkt man meistens auch automatisch an Hund und Schlange. Ich habe hier beides noch nicht gegessen, aber trotzdem schon das ein oder andere merkwürdige auf dem Teller gehabt! Zum Frühstück habe ich mir den einmailgen Luxus erlaubt, Toastbrot und Erdnussbutter zu kaufen. Das ist zwar echt schweinisch teuer, aber mir steht nicht der Sinn nach Reis am Morgen. Manchmal gehe ich aber auch an der Garküche essen. Das sind Stände an der Straße, wo man morgens gebackene Sachen bekommt. Ich esse dort dann entweder "mantou", dass ist ein einfacher Hefekloss, oder eine Art Crepe mit Ei und Kräutern gefüllt. Beides ziemlich lecker, aber für morgens um 7 Uhr echt gewöhnungsbedürftig. Mittags gehe ich mit meinen tongxuemen (Klassenkameraden) in der Mensa essen. Es gibt eine Ausländermensa und eine normale Mensa. Da es in der Ausländermensa westliches essen auf chinesische Art zubereitet gibt, was irgendwie ziemlich eklig und zudem teuer ist, gehen wir in die chinese Mensa. Dort ist es zwar immer hoffnungslos überfüllt, schmutzig, und ein schreckliches Schmatzen und Spucken im Hintergrund, aber es schmeckt ganz gut (für Mensaessen). Man kann an 8 verschiedenen Ständen Gerichte kaufen. Jiaozi (gefüllte Teigtaschen) und fettgebackene Sachen gibt es jeden Tag und dazu halt verschiedene andere chinesische Gerichte. Natürlich gibt es hier auch berühmt-berüchtigten Quallensalat zu essen (Kristina, ich ess was für Dich mit!!!). Bei meinem ersten Chinabesuch habe ich ihn noch für Krautsalat gehalten, weiss ich mittlerweile doch, dass das Quallensalat ist. Aber ich kann es jedem nur empfehlen. Lecker!!! Heute habe ich zum Beispiel Reis (wer hätte das gedacht?!) mit Hühnerfleisch gegessen. Dieses war in einer scharfen Sosse mit Gurken und Erdnüssen. Letztere scheinen wirklich in jedes Gericht zu gehören, denn ich entdecke sie wirklich überall. Genauso wie man das Fleisch direkt mit Knochen zubereitet und es dann Deine Sache ist, ob Du am Knochen erstickst, oder ihn rechtzeitig ausspucken kannst. An Getränken scheint es heir gerade in Mode zu sein, irgendwelches künstliches Gesöff zu trinken. So gibt es hier neongrün, rot, orange und gelbe Drinks, die nur nach künstlich schmecken, aber jeder trinkt sie. Abends können wir auch noch mal in der Mensa essen gehen, tun wir aber nicht. Entweder wir gehen ins Restaurant (da kann man auch für 2-3 DM gut essen) oder wir kochen selber in der Wohnheimküche. Da sich meine Kochkünste mit chinesischen Zutaten aber sehr beschränken, gibt es wenn ich koche nur Spaghetti. Entweder mit Ketchup oder mit Rührei. Aber für die Koreaner im Wohnheim scheint das was fremdes zu sein, denn sie mögen es alle, wenn ich koche und kommen in die Küche. Anfangs habe ich für mich selber gekocht, mittlerweile essen immer mindestens 4 Leute mit. Naja, dafür werde ich dann auch von denen bekocht! Vielleicht sollte ich einen Kochkurs für Nudeln kochen anbieten... Ach ja, und das bingzilin (Eis) sollte man nicht vergessen. Jeden Tag ein Eis muss sein. Am Anfang zwar ziemlich eklig, aber spätestens nach dem dritten möchte man nicht mehr darauf verzichten. Ich weiss auch nicht, was da drin ist, aber es ist so schlecht, dass es schon wieder gut ist :-) Ach aj, und Pekingente war ich schon mal essen! Aber das muss man einfach selber machen, da kann ich nichts zu schreiben! Also, Guten Appetit! PS: Im übrigen begrüsst man sich hier sogar mit "ni chi fan le ma?" (heute schon gegessen?)
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| Freitag, 13.09.2000 |
TEIL1>> Gestern war mid autum day Das ist der Tag, an dem der Vollmond am vollsten ist (oder so ähnlich). Jedenfalls wird das hier besonders gefeiert. Dass es so langsam wieder auf mid autum day zugeht merkt man vor allem daran, dass es überall Mooncakes zu essen gibt. Das sind kleine runde Törtchen mit verschiedenen Füllungen. Meistens ist die Füllung schrecklich klebrig süss (Orangeat, Zitronat und so'n Klebezeugs), aber ich würde mal behaupten, das es jede Füllung gibt. Denn wir haben auch schon Fleischfüllung, Gemüsefüllung und Anderes angeboten bekommen. Es ist jetzt mein drittes Midautumfest in China, aber an diese Dinger werde ich mich nie gewöhnen!!! Wir haben sie an der Uni auch zum Lunch geschenkt bekommen und als Ausländer natürlich in x-facher Ausführung. Ehrlich gesat, meine liegen immer noch auf dem Schreibtisch... Abends hat uns die Uni dann zum Dinner eingeladen. Wir waren in einem recht guten Restaurant und haben wirklich alles zu essen bekommen, was das Herz begehrt. Von Wassermelone über Fisch süss-sauer bis hin zu Wachteleiern alles vertreten! So vollgegessen war ich hier noch nie! Und das beste: Wir haben Tupperdosen bekommen und konnten die Reste für heute einpacken! Lecker!!! TEIL 2>> Heute nachmittag war ich mit ein paar Koreanern schwimmen! Das heisst, wir wollten schwimmen gehen. Bis im Schwimmbad waren wir auch. Das Bad war zwar etwas "siffiger" als deutsche Schwimmbäder, aber sonst ziemlich ok. Kaum waren wir im Wasser haben sich die Chinesen um mich "Langnase" geschart und ihr Englisch ausprobiert. Wirklich jeder wollte die Chance nutzen, endlich mal Englisch zu reden. Am Anfang war das ja ganz lustig, aber wenn nach 2 Stunden der sagen wir hunderste Chinese fragt "where are you from" und nicht darauf eingeht, dass man auch gerne mal sein chinesisch ausprobieren möchte wird das Spiel ätzend. Wir haben also die Flucht aus dem Bad ergriffen. Schwimmen waren wir also nicht wirklich aber besitzen jetzt mindesten 20 chinesische Freunde mehr, die uns immer zum essen eingeladen haben und was weiss ich... und die Koreaner wollen jetzt nicht mehr mit mir schwimmen gehen, weil ich als Ausländer so auffalle, sie ja nicht :-)
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| Sonntag, 15.09.2000 |
Damit das Leben nicht langweilig wird habe ich gestern mal beschlossen, ein chinesisches Krankenhaus zu besuchen. Beim Obstschneiden ist es passiert...mit einem überdimensionalen chinesischen Messer habe ich statt der Birne meine Hand erwischt. Nachdem 5 Leute (darunter ein Koreaner, der traditionelle chinesische Medizin studiert) meine Hand bzw. den Daumen begutachtet haben, wurde dann doch beschlossen, dass ein Pflaster nicht reicht, sondern ich ins Krankhenhaus muss. Dort sind wir, der Koreaner und ein Indonesier der gut chinessich kann, mit dem Taxi hingefahren. Unten in der Empfangshalle könnte man auch denken, dass man in einem Haus steht, was abgerissen werden soll oder so. Kakerlaken, Ratten und viel Schmutz und Gestank. Von Hygiene und Sterilitaet keine Spur. Wir haben uns dann kurz beratschlagt, ob wir ins International Medical Center fahren oder da bleiben. Aber da das IMC eine halbe Stunde Fahrt weit weg war und ich so geblutet habe, haben wir dann doch den Kampf mit diesem chinesischen Krankenhaus aufgenommen. Zuerst musste ich mich unten anmelden, das hat 3 Kuai (knapp 'ne Mark) gekostet. Danach konnten wir dann in den ersten Stock gehen, wo es sogar etwas sauberer war. Eine Ärztin hat dann meine Hand begutachtet und gemeint, das das genäht werden muss. Ich habe eine Rechnung bekommen, musste die unten bezahlen gehen und konnte dann wieder nach oben gehen um behandelt zu werden. Die Instrumente sahen relativ steril aus und ich habe mich voll darauf verlassen, dass die wissen, was sie tun. Nach dem Nähen wollten die mir noch ein Medikament geben, damit sich das nicht entzuendet. Ich musste dann erklären, dass ich kein Penicilin nehmn darf. Den Satz hatte ich zwar auf chinesisch dabei, aber alles ist auf Unverstaendnis gestossen. Zu dritt haben wir dann 10 Minuten probiert, das zu erklären. Verstanden haben die das zwar nicht, aber gehen durfte ich dann trotzdem. Nächste Woche muss ich zum Fädenziehen. Ich hoffe, ich überlebe das alles. Der Koreaner hat mir jedenfalls jetzt eine Liste gemacht, was ich machen darf und was nicht, damit mein ying und yang im Gleichgewicht sind und die Wunde gut heilt. Ich soll also keine öligen Speisen essen, aber scharfe, keinen Alkohol trinken... ob das was bewirkt?!? Ansonsten gibt es nicht allzuviel Neues von hier. Jetzt ist erstmal Wochenende und ich werde es geniessen nicht so viel lernen zu müssen...
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| Freitag, 22.09.2000 |
Language partner system Bei uns an der Uni gibt es das language partner system. Das heisst, dass jeder ausländische Studierende einen language partner bekommt, also einen Einheimischen. Gemeinsam hilft man sich dann beim Erlernen einer neuen Sprache und bekommt die Umgebung gezeigt. 2 Stunden in der Woche ist nachmittags Sprachunterricht mit dem language partner. Mein Partner ist David (so sein englisher Name) und er lernt englisch. Leider gab es hier keine deutschen language partner, aber mein Englisch reicht, um ihm was beizubringen. Beim Sprachunterricht machen wir erst eine Stunde meine Hausaufgaben, bzw. ich stelle ihm Fragen, die im Unterricht offengeblieben sind und in der 2. Stunde reden wir englisch. Meistens reden wir dann über die Unterschiede zwischen Deutschland und China oder aber über deutschen Fussball. Damit kennt sich jeder männliche Chinese aus (Klinsmann und Matthäus). Und mittlerweile kenne ich auch die deutschen Städte auf chinesisch (Munihei und Falankefu was ist das wohl?) und kann mitreden.... Zusätlich haben wir dann noch 2 Stunden "sightseeing" pro Woche. Da laufen wir hier durch Peking und David zeigt mir Geheimtips, oder wir gehen essen oder . . . Das ganze ist eine ziemlich gute Sache, denn da muss man wirklich seine Sprache trainieren. Allerdings ist es ziemlich nervig "Weisse" zu sein. Ich habe nämlich jeden Tag mindestens 5 Angebote für einen neuen language partner, weil jeder englisch lernen möchte. Und die ganzen Koreaner können ja nur language partner koreanisch/ japanisch sein. Aber da werde ich mich wohl dran gewöhnen müssen!
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